Tammy Cohen: Während du stirbst

Während du stirbst

„Sehr wahrscheinlich werde ich TOT sein, bevor Sie das hier zu Ende gelesen haben.“

Drei Dinge gibt es über Jessica Gold zu wissen: Sie ist neunundzwanzig Jahre alt, sie hat eine Knopfphobie, und sie wurde entführt. Von einem Fremden, der sie zwölf Tage lang in seiner Wohnung gefangen hält, sie mit perfiden Grausamkeiten quält, sie angekettet in einer Hundehütte am Fuß seines Bettes schlafen lässt. Und jeden Tag überreicht er seinem Opfer ein Geschenk – eines grausamer als das letzte –, bis Jessica am zwölften Tag sicher weiß: Der Mann wird sie töten. Doch Jessica hat ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt … Quelle

Der Psychothriller „Während du stirbst“ erschien im Dezember 2015 beim blanvalet Verlag.

Es ist Heiligabend, Jessica Gold hat vier Stunden Weihnachtsshopping hinter sich und sitzt in einem Café. Plötzlich setzt sich ein junger Mann zu ihr, dem sie anfangs kaum einen Blick schenkt. Doch als er ihre Aufmerksamkeit gewonnen hat, ist sie verloren. Dominic Lacey, so stellt sich der junge Mann vor, schmeichelt ihr mit Komplimenten und lädt sie auf einen Drink zu sich nach Hause ein. Und obwohl Jessica den Mann überhaupt nicht kennt, geht sie mit ihm nach Hause und es kommt wie es kommen musste…

«<Sex ist nicht so mein Ding.>»

Obwohl ich eigentlich kein großer Fan von Psychothrillern bin, habe ich dieses Buch trotzdem gekauft. Das tolle Cover, als auch der Titel und Klappentext haben mich neugierig gemacht und ich musste das Buch einfach lesen. Vorne weg direkt: Ich habe das Buch auf Seite 160 abgebrochen.
Zu Beginn war die Geschichte irgendwie noch ganz reizvoll, ich war gespannt, wie es dazu kommt, dass Jessica entführt wird und was es mit den Geschenken, die sie bekommt auf sich hat. Mir standen an einer Stelle auch kurzzeitig die Nackenhaare zu Berge, als Dominic Jessica küsst und ihr sagt, dass sie keine Angst haben müsse, er würde die Situation nicht ausnutzen. «<Sex ist nicht so mein Ding.>», sagt er. Und das aus dem Mund eines Mannes. Spätestens da wusste ich, dass Dominic Lacey, salopp gesagt, ein Psycho ist.
Das war aber auch die einzige Stelle auf den ersten 160 Seiten, die mich „zusammenschrecken“ ließ. Ansonsten plätscherte die Handlung so vor sich hin. Am meisten gestört hat mich, dass Jessica, als sie noch die Chance gehabt hätte, sich zu wehren bzw. abzuhauen es einfach nicht getan hat. Sobald sie den ersten Schritt in Dominics Wohnung setzte, wusste sie, dass irgendwas nicht stimmt und das sie schleunigst wieder gehen sollte. Aber anstatt die Beine in die Hand zu nehmen und aktiv zu werden, zu kämpfen o.ä. verhält sie sich passiv und fragt ihn nach ihrer Handtasche oder sagt ihm lediglich, das sie gehen sollte.
Auch im Verlauf der Handlung verhält sie sich sehr passiv und macht brav alles, was er sagt. Sie ist zwar Vegetarierin, aber als er ihr Fleisch vorsetzt und sie „bittet“ es zu essen tut sie es. Auf den ersten 160 Seiten passiert meiner Meinung nach auch nicht sonderlich viel. Er lockt sie in seine Wohnung, isst mit ihr gemeinsam, guckt mit ihr zusammen Filme, setzt sich mit ihr auf den Balkon oder spielt Gesellschaftsspiele mit ihr und kettet sie abends in ihrer Hundehütte an.

Ich habe das Buch jetzt erstmal in eine Kiste gepackt und werde ihm vielleicht im Sommer nochmal eine Chance geben. Mir hat einfach die Spannung gefehlt und es gab keine Anreize das Buch weiterzulesen.

Mein Tipp, für alle die es gerne spannend mögen: Lars Kepler: Der Sandmann

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