Charlotte Link: Die Täuschung

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Peter Simon, geschätzt als erfolgreicher Geschäftsmann und geliebt als fürsorglicher Ehemann und Vater, verschwindet spurlos auf einer Reise in der Provence. Als seine junge Frau Laura verzweifelt vor Ort recherchiert, stößt sie nicht nur auf eigenartige Widersprüche, sondern muss schließlich erkennen, dass ihr Mann nicht der war, für den sie ihn hielt. Und dass die Wahrheit mit tödlicher Gefahr verbunden ist …Quelle

„Die Täuschung“ erschien erstmals 2002 beim Goldmann Verlag.

„Die Täuschung“ war mein erster Roman von Charlotte Link, dementsprechend war ich sehr gespannt was mich erwartet. Ich war mir auch gar nicht sicher, ob es bei Charlotte Link sinnvoll/notwendig ist, die chronologische Reihenfolge der Bücher einzuhalten, sondern habe einfach mal losgelegt mit dem Lesen. Jetzt kann ich sagen: Die chronologische Reihenfolge der Bücher muss anscheinend nicht eingehalten werden, da es wohl keine festen Charaktere in ihre Romanen gibt.

Täuschung oder Enttäuschung?

Der Einstieg in den Roman hat mir nicht so gut gefallen. Dadurch, dass der Roman nicht mit der auf dem Klappentext beschriebenen Handlung startet, war ich erstmal etwas verwirrt. Auf den ersten Blick passten die ersten paar Seiten gar nicht zu der Handlung um Laura und Peter. Später fiel dann der Groschen.
Recht schnell bemerkte ich, dass in dem Buch sehr viele Charaktere vorkommen und immer wieder neue Charaktere eingeführt werden. Teilweise hatte man den Eindruck, dass es von Kapitel zu Kapitel mehr werden. Oft dachte ich mir ‚Und was hat er/sie jetztschon wieder mit der eigentlichen Handlung zu tun?‘.
Meiner Meinung nach sind einige Charaktere, auch wenn sie nur oberflächlich behandelt werden und kaum in die Geschichte eingeführt werden, einfach überflüssig. Ein Pärchen z.B. taucht ganz plötzlich auf, es werden einige Fakten genannt, sie werden grob vorgestellt, dann passiert etwas und sie verschwinden wieder in der Versenkung. Das Pärchen ist für die eigentliche Handlung total unrelevant. Dadurch, dass die Charaktere auch meist recht ausführlich beleuchtet werden, war das Buch für mich recht langatmig und ich habe des Öfteren ein paar Passagen übersprungen, weil es mich einfach gelangweilt hat. Durch die ganzen „Nebencharaktere“ und deren Leben gerät die eigentlich Handlung um Laura und ihren Mann öfter in den Hintergrund. Auch eine stringente Handlung war durch diese, ich nenne es mal Erzählweise, nicht möglich. Immer wieder gab es Rückblenden, in denen die Vergangenheit thematisiert wurde. Vergangenheit und Gegenwart liefen teilweise fast nahtlos ineinander, das führte zu Verwirrung.
Der Roman ist in Teil 1 und Teil 2 aufgeteilt. Während man in Teil 1 rätselt was geschehen sein könnte usw., wird in Teil 2 direkt auf den ersten paar Seiten alles aufgedröselt. Fand ich jetzt nicht sonderlich schlimm, aber es nimmt meiner Meinung nach den Rätselspaß und die Spannung etwas raus.Kurz vor dem Ende wird es allerdings noch mal aufregend, so viel sei vorweg genommen. 😉

Ich hatte mir unter dem Roman etwas anderes vorgestellt und fand es schade, dass der Roman so langatmig war. Die einzelnen Schicksale der Charaktere haben mich jetzt nicht sonderlich interessiert und teilweise leider etwas gelangweilt.Der Roman ist wahrscheinlich ganz nett als leichte Lektüre am Strand. Leser, die gerne einer stringenten Handlung folgen und ausschweifende Charakterisierungen nicht mögen, sollten meiner Meinung nach die Finger von „Die Täuschung“ lassen.

Kennt Ihr schon den Thriller „Zerrissen“ von Juan Gómez-Jurado?

 

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6 Gedanken zu “Charlotte Link: Die Täuschung

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