Ule Hansen: Neuntöter

Der Thriller „Neuntöter“ erschien im März 2016 beim Heyne Verlag.
Ule Hansen ist das Pseudonym eines Berliner Autorenduos. Astrid Ule ist Lektorin, Eric T. Hansen freier Journalist. „Neuntöter“ ist ihr erster gemeinsamer Thriller.

Vielen Dank an Irmi Keis und das Bloggerportal, die mir diesen Thriller als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!

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Vor Menschen hat sie Angst. Serienmörder versteht sie.

Berlin, Potsdamer Platz. Beim Klettern auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Als die menschenscheue Fallanalystin Emma Carow auf den Fall angesetzt wird, ist ihr schnell klar, dass er für ihre Karriere entscheidend ist. Doch je fester sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen. Quelle

Aufmerksam wurde ich auf diesen Thriller durch sein faszinierendes Cover. Die Kombination aus schwarz und gold finde ich unheimlich gelungen, zudem das matte Papp-Cover sehr gut passt.
Schon auf den ersten paar Seiten fiel mir der außergewöhnlich gekonnte Schreibstil auf. Der Schreibstil schafft es den Inhalt lebendig werden zu lassen und passt sich der Handlung an. Kurze und knackige Sätze bauen stellenweise Spannung und ein rasantes Tempo auf. Sehr gut gefallen hat mir auch die Besonderheit, dass das Autoren Duo dem Leser regelmäßig einen Schauer über den Rücken jagd. Ganz oft war ich geschockt und dachte mir ‚Nein, nicht wirklich jetzt oder?‘ An manchen Stellen wird der Leser aber auch getäuscht, in dem geschrieben wird „xy machte das und das“ und im nächsten Satz stellt sich heraus, dass er das doch nicht getan hat, es aber hätte tun können.

Als Schauplatz für die Handlung wurde Berlin gewählt. Immer wieder fanden bekannte Plätze und Kaufhäuser Eingang in die Handlung und wurden zum Meetingpoint oder ähnliches. Da ich schon einige Male in Berlin war, fand ich das ganz nett gemacht, es verlieh der Handlung noch mehr Bildhaftigkeit.

Die Handlung schleppte sich durch Berlin

Obwohl der Schreibstil mich so überzeugt hat, fand ich die Handlung teilweise zu ausschweifend und detailreich. Der Thriller handelt größtenteils von den Ermittlungen in dem Mordfall der einbandagierten Leichen. Der allwissende Erzähler lässt den Leser umfassend an jedem Ermittlungsschritt und jeder Sitzung teilhaben. Eine große Rolle in der Handlung spielt aber auch die Ermittlerin Emma Carow, die Aussicht auf die Stelle der Schwangerschaftsvertretung ihrer Chefin hat. Emma hat eine schwierige Vergangenheit hinter sich, die sie nicht loslässt und gerade gegen Ende des Thrillers, ziemlich aus der Bahn wirft. Emma ist alles andere als eine stinknormale Ermittlerin mit einem Durchschnittsleben, sonderlich sozialkompatibel ist sie auch nicht. Genie und Wahnsinn liegen bei ihr nah beieinander. Gerade ab der Hälfte des Buches dreht sie mir allerdings zu sehr durch, driftet ab und reißt die Handlung mit sich.

Gestört hat mich außerdem, dass die Ermittlungen sich lange Zeit im Kreis drehen und auf keinen grünen Zweig kommen. Es geht nicht wirklich voran und es werden alle möglichen Theorien aufgestellt, verworfen, neue aufgestellt und zu den Alten zurückgekehrt. Das mag authentisch sein, hat mich aber nicht abgeholt. Die Auflösung des Falls war mir zudem etwas zu psycho und abgedreht.
Stilistisch war der Thriller „Neuntöter“ große Klasse, die Handlung hat mir leider nur mittelmäßig gefallen.

 

Kennt Ihr schon die Thriller der Georgia-Reihe von Karin Slaughter? Absolut lesenswert!

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