Karin Slaughter: Bittere Wunden

Bittere Wunden

Als eine Studentin spurlos verschwindet und Will Trent den Fall übernehmen will, wird ihm dieser mit unerwarteter Heftigkeit entzogen. Amanda Wagner, seine undurchschaubare Vorgesetzte, will ihn mit aller Macht davon abhalten, nach der Vermissten zu fahnden. Aber warum? Erst als sich die beiden in einem verlassenen Waisenheim gegenüberstehen, entspinnt sich eine Geschichte, die nicht nur das lang gehütete Geheimnis um Will Trents Vergangenheit endlich aufdeckt, sondern auch ein grausames Netz aus Verrat, Korruption und bitterem Hass entlarvt. Quelle

Der Thriller erschien 2014 beim blanvalet Verlag.

Wie auch schon in meinem Beitrag Warten auf das Taschenbuch“ zu lesen war, habe ich recht lange auf das Erscheinen der Taschenbuchausgabe des Thrillers „Bittere Wunden“ gewartet. Nachdem ich die Vorgänger („Harter Schnitt“ & „Letzte Worte“) dieses Thriller regelrecht verschlungen habe, war ich natürlich um so gespannter.

Schon auf den ersten paar Seiten hat mich der Thriller gefesselt. Der Thriller startet mit einem Rückblick in das Jahr 1974 und schwankt kapitelweise zwischen Gegenwart, Vergangenheit und der Sicht eines Opfers von damals und heute. Auf den ersten Seiten wird davon erzählt, wie Lucy Bennett mit gerade einmal 14 Jahren in den Sog der Drogen gezogen wird. Um abzunehmen wird sie mit der Unterstützung der Mutter ihrer Freundin an Speed herangeführt. Geradezu pervers wird die „Liebe zur Nadel“ beschrieben. Lucy kann an nichts anderes mehr denken und wird von der Droge bestimmt.

„[…] wo sie meistens ihren Durchhänger verschliefen und nur die Zeit absaßen, bis sie zurückkehren konnten zu ihrer wahren Liebe. Der Nadel. Dieses präzise geschliffene Stück chirurgischen Stahls, […] beherrschte jeden Augenblick ihres Lebens.“ (Seite 13)

Unter anderem diese Stelle ließ mich ziemlich zusammenschrecken. Die Abwärtsspirale von Lucys Leben ist hier wirklich gut und real dargestellt. Zuerst die Pillen aus dem Schrank der Mutter, dann Speed intravenös und schließlich Heroin. Anfangs tauscht sie Sex gegen Drogen, später Sex gegen Geld. Auch wenn man es vielleicht schon oft im TV gesehen hat o.ä., fand ich diese Anfangspassage sehr erschreckend.

Ingesamt hatte der Thriller für mich Höhen und Tiefen. Es gab Passagen, die mich gelangweilt haben, es gab aber auch solche, in denen ich alles um mich herum vergessen habe und fast meine Haltstelle verpasst hätte, weil ich so sehr in das Buch vertieft war. Gerade auf den letzten 50 Seiten nimmt die Spannung unheimlich zu.
Ab und zu hat mich das Sprunghafte, der ständige Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart genervt. An manchen Stellen war mir auch die Vergangenheit, in der die junge Evelyn Mitchell und die junge Amanda Wagner ermitteln, zu sehr ausgeschmückt und in die Länge gezogen. Interessant fand ich allerdings den Entwicklungsprozess von Amanda Wagner, den man gut nachvollziehen konnte. Zu Beginn des Buches war die junge Amanda noch schüchtern und zurückhaltend ganz anders als die toughe, strenge Amanda Wagner der Gegenwart, die als GBI Deputy Director das Sagen hat. 1974 war es Evelyn Mitchell, die die Hosen anhatte und vor nichts und niemandem zurückwich. Sie nahm Amanda „an die Hand“ und zeigte ihr, wie man sich als Frau in einer Männerdomäne durchsetzt.
Der Mörder in diesem Thriller ist ziemlich brutal und richtet seine Opfer auf üble Weise zu, von daher solle man schon einen robusten Magen haben und Brutalität in Thrillern nicht mit Ekel und Abneigung entgegen treten.
Mir ging es mit der Handlung des Thrillers bzw. mit den beiden Fällen aus Vergangenheit und Gegenwart ähnlich wie den beiden jungen Ermittlerinnen. Ein Puzzle mit vielen Teilen, das sich nach und nach langsam im Kopf zusammenfügt.

Alles in allem ein guter Thriller, wenn man die vorherigen Thriller der Georgia-Reihe auch kennt, allerdings hat er mich leider nicht vom Hocker gehauen.

Ihr wollt wissen, wie es weiter geht mit Sarah Linton, Will Trent und Faith Mitchell? Dann empfehle ich Euch den Thriller „Schwarze Wut“ von Karin Slaughter.

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