Haruki Murakami: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn tzakai

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt.
Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen. Quelle

„Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ erschien 2014 beim Dumont Verlag.

Vielen herzlichen Dank an Nina Porthein und das Bloggerportal, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zugeschickt haben!

Schwerelos wie eine Feder…

….glitt ich durch den Roman von Haruki Murakami. Der wahnsinnig gute Schreibstil ließ mich den Roman nicht mehr aus der Hand legen, weil er sich so leicht lesen ließ. Leicht nicht im Sinne von „leicht verständlich“, das sowieso, sondern eher im Sinne von Leichtigkeit. Die Wortwahl als auch der Schreibstil an sich hatten eine solche Leichtigkeit, dass es pure Freunde war, das Buch zu lesen. Teilweise nahm mein Lesefluss ein ungemeines Tempo auf.
„Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ war mein erstes Buch von Haruki Murakami, allerdings hatte ich bisher nur gutes gehört, wusste aber nicht genau, was mich erwartet.
Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass Murakami große Ähnlichkeit mit Kafka hat. Zu dem Roman gibt es nicht nur einen Zugang, sondern mehrere. Oftmals ließ er bei mir leichte Verwirrung zurück und ich fragte mich, ob es Traum oder Realität war, was Tsukuru Tazaki gerade erlebt hatte und, ob es zwischen dieser Szene und einigen anderen eine Verbindung gibt. An vielen Stellen habe ich den tieferen Sinn der jeweiligen Handlung gesucht. Obwohl ich eigentlich kein Freund von Interpretationen und dem allseits bekannten „Was will uns der Autor damit sagen“ bin, hätte mich genau das an manchen Stellen interessiert.
Was mir sehr gut gefallen hat, war der Einblick in die Kultur der Japaner. Für mich haben viele Japaner Eleganz und eine vornehme Art an sich, die auch der Roman sehr schön widergespiegelt hat.
Auf den letzten paar Seiten dachte ich mir die ganze Zeit ‚Das Buch endet bestimmt mit einem Knall‘ und ‚Wie das wohl enden mag?‘ Aber das Ende war ganz anders als erwartet und ließ mich mit Fragen und Enttäuschung zurück.

Stilistisch war der Roman große Klasse und hat mich total in seinen Bann gezogen, auch der Handlungsort und seine Darstellung hat mir gefallen. Der Inhalt war mir an manchen Stellen zu „mysterös“.

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6 Antworten auf “Haruki Murakami: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki”

  1. Bei unserem Japan-Monat auf Inkunabel im Januar hatte ich auch überlegt Murakami zu lesen, aber gerade weil viele sagen, dass er sich wie Kafka liest, war ich eher abgeschreckt… Nun bin ich wieder etwas angefixt, weil die Geschichte schon recht spannend klingt ^^

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  2. Es ist auch wirklich ein interessantes Buch. Und ich bin auch kein Kafka Hasser, ganz im Gegenteil, aber ich hätte mich vielleicht vorher über das Buch informieren sollen, damit ich gewusst hätte, was auf mich zukommt. So hatte ich während des Lesens einige Fragezeichen im Kopf und habe immer gedacht ich würde irgendwelche Zusammenhänge nicht verstehen bzw. hab auf die „Auflösung“ mancher rätselhafter Situationen gewartet.

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