Kinofilm: Nebel im August

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Nach einer wahren Begebenheit – Süddeutschland, Anfang der 1940er-Jahre. Der 13- jährige Ernst Lossa (Ivo Pietzcker), Sohn fahrender Händler und Halbwaise, ist ein aufgeweckter aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als „nicht erziehbar“ eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen (Sebastian Koch) Insassen getötet werden. Er setzt sich zur Wehr und versucht, den behinderten Patienten und Mitgefangenen zu helfen. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner ersten Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden über Leben und Tod der Kinder … Quelle

Ich erhielt vor ein paar Wochen eine ganz liebe E-Mail vom cbj Verlag, der mich zu der Premiere des Kinofilms „Nebel im August“ in der Essener Lichtburg einlud. Ich habe mich wirklich wahnsinnig gefreut und fühle mich geehrt, dass ich bei der Premiere dabei sein durfte. Vielen lieben Dank für die Einladung! Es war ein schöner Abend in der Lichtburg, den ich sehr genossen habe. Nun aber zu dem Film an sich …

Ich muss ehrlich sagen, dass es mir nicht leicht fällt, über diesen Film eine „Rezension“ zu schreiben. Schon als ich die Einladung erhielt und mir bewusst wurde, welche Thematik der Film behandelt, wusste ich, dass das alles andere als „leichte Kost“ wird. Dennoch sage ich ganz klar: Diesen Film sollte jeder gesehen haben!

Sowohl der Trailer als auch der Vorschautext geben einen guten Einblick in die Handlung des Films. Schon die ersten paar Sekunden des Films haben mir eine ungeheure Authentizität vermittelt. Man hört zu Beginn nur die Stimme des Klinikleiters, der die Personalien von Ernst Lossa vorliest, als dieser in die Klinik aufgenommen wird. Ernst wirkte gerade in den ersten Szenen sehr eingeschüchtert, so als wüsste er, was ihn erwartet. Die schauspielerische Leistung aller Beteiligten ist wirklich großartig. Die Thematik wurde den ganz Film über authentisch vermittelt und ließ mir oft die Tränen in die Augen schießen.  Es gibt in diesem Film Szenen, die ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Zum Beispiel die Szene in der eine ganze Riege von NS-Funktionären am „Runden Tisch“ zusammensitzen und applaudieren, als der Vorsitzende sagt „Es muss wieder mehr gestorben werden“. Es ist die Rede von „natürlicher Auslese“ und „Erlösung“, anstelle von „Ermordung behinderter Kinder“.  Die typische Nazi-Rhetorik und auch heuchlerischen Machenschaften kommen in diesem Film sehr gut zur Geltung.
Was mir auch immer wieder kalte Schauer über den Rücken jagte waren die zwei Gesichter, die manche Charaktere hatten. Im einen Moment spielt der Klinikleiter mit dem Kind und im Nächsten lässt es vergiften.
Sowohl der Klinikleiter als auch die Krankenschwester, die seine Befehle ausführte, handeln zwar wie Monster, werden aber nicht als solche dargestellt. Im Gegenteil, auf den ersten Blick wirken beide durchaus sympathisch. Es werden instrumentalisierte Menschen dargestellt und keine Monster.

Der Film war für mich sehr beklemmend und an manchen Stellen unvorstellbar grausam. Allerdings bin ich der Meinung, dass diesen Film wirklich jeder gesehen haben sollte, gerade in der heutigen Zeit. Die Machenschaften der NS und die Instrumentalisierung der Bevölkerung dürfen nicht in Vergessenheit geraten!
Hier
findet Ihr das Buch zu dem Film.

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  1. Ich durfte den Film ja auch schon bei der Deutschlandpremiere in Essen sehen und kann dir nur zustimmen. Es ist wirklich schwer eine ausführliche Meinung dazu zu verfassen.
    Nur bei den „instrumentalisierten Menschen“ kann ich dir nicht ganz zustimmen. Zum Teil stimmt das zwar, denn es gibt eine Szene wo der Klinikleiter sagt, dass alles von „Berlin“ bestimmt wird. Etwas später, als die Verantwortung aber in seinen Händen liegt, verfährt er nicht anders, sondern wird noch rigider in seinen Maßnahmen und lässt sich dafür beglückwünschen.
    Aber hier sind wir uns wieder einig: Ein wichtiger und sehenswerter Film!
    Viele Grüße
    Tanja

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